Projekte

1. Ökonomische Analyse ausgewählter Arbeitsmarktinstitutionen

Arbeitsmarktinstitutionen sind – weit gefasst – zum einen sowohl formale als auch informelle Regelungen, welche den Arbeitsmarkt beeinflussen, und zum anderen arbeitsmarktnahe Organisationen wie z.B. Gewerkschaften. In diesem Forschungsprojekt werden ausgewählte Arbeitsmarktinstitutionen ökonomisch analysiert.

Ein erster Fokus liegt hierbei auf Gewerkschaften. Auch wenn ihre Bedeutung, z.B. gemessen anhand des Organisationsgrades, in den letzten Jahrzehnten rückläufig ist, spielen Gewerkschaften nach wie vor eine große Rolle für den Arbeitsmarkt. Fraglich ist dabei, welchen Einfluss Gewerkschaften auf Wirkungen von aktuellen Arbeitsmarkttrends haben, z.B. Fachkräfteengpässe, künstliche Intelligenz oder die ökologische Transformation.

Ein zweiter Schwerpunkt bildet die ökonomische Auseinandersetzung mit der Arbeitsvermittlung. Es geht hierbei um drei Fragestellungen. Welche (wohlfahrts-)ökonomischen Implikationen gehen von der Existenz und dem Agieren von öffentlichen Arbeitsvermittlungen aus? Welche Rolle spielen die Vermittlungsfachkräfte für den Vermittlungserfolg? Wie effektiv sind die existierenden arbeitsmarktpolitischen Instrumente?

Arbeitspapier:

de Pinto, Marco und Alberto Palermo (im Entstehen): On the role of public employment agencies in markets with adverse selection, unveröffentliches Manuskript.

2. Globalisierung und Arbeitsmarkt

Die internationalen Verflechtungen haben einen großen Einfluss auf die Arbeitsmärkte. Eine Fragestellung hierbei lautet, welche Arbeitsmarkteffekte durch den globalen Handel per se ausgehen und wie inländische Unternehmen darauf reagieren. Eine andere Fragestellung ist, inwieweit der globale Norden die Arbeitsbedingungen im globalen Süden steuern sollte und welche Implikationen hiervon zu erwarten sind.

Arbeitspapiere:

de Pinto, Marco und Jochen Michaelis (im Entstehen): Auswirkungen des Lieferkettengesetzes.

de Pinto, Marco und Ulrich Zierahn-Weilage (2024): Outsourcing Mitigates Employment Responses to Trade Shocks, HdBA Discussion Papers in Labour Economics, 24-03.

3. Juristische und volkswirtschaftliche Arbeitsmarktforschung (JuVA)

Die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit ausgewählten Aspekten des Arbeitsmarktes ist Gegenstand des zweiten Forschungsprojektes. Im Mittelpunkt steht die Zukunft der Arbeitslosenversicherung – weitere Informationen stehen hier zur Verfügung.

Arbeitspapier:

de Pinto, Marco und Tim Husemann (im Entstehen): Berufliche Weiterbildung, Qualifizierungsgeld und das Kollektivrecht.

4. Regionale Arbeitsmarktanalyse

Es gibt regionalspezifische Arbeitsmärkte, z.B. unterscheiden sich Durchschnittsentgelte und Arbeitslosenraten zwischen Regionen erheblich. Es gibt in der Literatur viele bekannte Ursachen für diese regionalen Disparitäten. Allerdings gibt es Forschungslücken hinsichtlich der Frage, wie aktuelle Arbeitsmarkttrends, z.B. die ökologische Transformation, Digitalisierung oder Fachkräfteengpässe auf regionale Arbeitsmärkte wirken und ob dadurch die regionalen Unterschiede eher reduziert oder sogar verstärkt werden könnten. Damit verbunden ist auch die Frage, ob und wie die Wirtschaftspolitik auf etwaige Änderungen (optimalerweise) reagieren sollte.

Arbeitspapiere:

de Pinto, Marco und Jörg Lingens (im Entstehen): Fachkräftemangel, Umweltexternalitäten und Pigou-Steuer.

de Pinto, Marco, Jörg Lingens, Andreas Löschel und Gerald Zunker (2023): Targeted policies to address adverse effects of phasing out coal, HdBA Discussion Papers in Labour Economics, 23-02.